Schreibtipp: Wie schreibe ich einen Roman – Teil 2 – Hintergrundidee

Hier geht es zu Teil 1

Nachdem ich im ersten Teil meines Schreibtipps „Wie schreibe ich einen Roman“ die 12 Phasen meiner Vorgehensweise vorgestellt habe, kommen nun die Details.

Phase 1 „Hintergrundidee der Story erstellen, also „Wer macht in welcher Welt mit wem was und warum?““

Phase 1 gehe ich mit einem Blatt Papier & Stift an. Also erstmal wild drauflos phantasieren. Die Ausgangssituation ist natürlich stark davon abhängig, ob ich einen Roman in einer vorhandenen Hintergrundwelt ansiedele (wie bei einem Shadowrun-Roman) oder eine eigene Hintergrundwelt erstelle.

An erster Stelle steht, von wem die Geschichte handelt. Der zentrale Charakter ist entscheidend, denn er ist es, der den Leser durch die eigentliche Story trägt. Wenn der Charakter nix ist und der Leser nicht mit ihm/ihr mitfiebert, kann der Rest noch so gut sein, es wird nicht zünden.

Nehmen wir beispielsweise an, wir wollen über einen Mordermittler schreiben, der sich vollends in die Arbeit wirft, um private Probleme zu verdrängen. Nennen wir ihn Hank, seines Zeichens Polizist in den USA der 50er Jahre. Was macht Hank einzigartig und sympathisch? Jeder Leser hat in seinem Leben bereits schwierige Phasen erlebt und kennt daher die Problematik. Wo ist der Anknüpfungspunkt? Warum „zieht“ Hank den Leser in seine Welt? Hier sollten sowohl Gemeinsamkeiten wie auch Gegensätze zu möglichen Lesern gefunden werden.

Beispiel: Hank hat die Gräuel des zweiten Weltkriegs erlebt und ist traumatisiert daraus zurückgekehrt. Statt sich die Problematik einzugestehen und an seinen Flashbacks zu arbeiten, stürzt er sich in die Arbeit, um zu vergessen. Und in den Inhalt so mancher Whiskyflasche. Ja, bewusst etwas stereotyp beschrieben, aber die Feinheiten kommen dann bei der genauen Charakterausarbeitung. Die Gemeinsamkeit mit einem möglichen Leser ist, dass wohl jeder die Vogel-Strauß-Taktik Hanks nachvollziehen kann. Keiner stellt sich gern den Problemen seines Lebens, insbesondere wenn sie so gravierend sind. Doch während die meisten Leser sicherlich irgendwann den Dreh kriegen, wird Hanks Leben immer schlechter, weil er immer wieder den Absprung verpasst. Damit haben die Leser sowohl einen Anknüpfungspunkt, als auch etwas, woran sie sich reiben können.

Damit steht das Grundgerüst des Charakters. Auch wenn dieser noch recht archetypisch ist (versoffener, verbitterter Polizist), so steht doch bereits die Basis. Die Feinheiten kommen fast von selbst, wenn man den eigentlichen Plot erstellt.

Nun zum Rest der Hintergrundidee. In welches Abenteuer sollte Hank sich begeben? Wo ist sein Anknüpfungspunkt? Er ist Mordermittler, also liegt es nahe, dass er eben solche Ermittlungen durchführt. Also ist die Szenerie eine amerikanische Großstadt in den 50ern, die von einer Mordserie heimgesucht wird. Hank sollte die zentrale Person sein. Doch warum sollte der Chef des Departments den Job einem offenkundig traumatisierten Ermittler geben? Nicht gleich einem ganzen Team? Weil die Mordserie nur Personen betrifft, die am Rande der Gesellschaft leben (beispielsweise Prostituierte). Damit Hank in seinem Kriegstrauma tiefer betroffen ist, wurden die Opfer auf besonders bestialische Weise umgebracht, die Hank immer wieder in Kriegsgräuel-Flashbacks treiben. Der Leser leidet also mit Hank jedesmal mit, wenn er sich mit den Toten beschäftigt. Sie können nachvollziehen, dass er sich da voll reinstürzt, auch wenn sie innerlich den Kopf schütteln, wie er darüber sein Privatleben in die Sch… reitet.

Damit steht also die Hintergrundidee. Versucht an dieser Stelle, sie in zwei, drei Sätzen zusammenzufassen. Wenn ihr diese einem möglichen Leser an den Kopf werft, sollte er aufhorchen. Klingt die Kurzbeschreibung so interessant, dass er/sie mehr lesen will. Super, dann weiter. Wenn nicht, zurück an den Schreibtisch.

Im nächsten Teil kommen wir dann zu Phase 2, dem Grobplot. Dort erfahrt ihr auch, warum ein Sci-Fi-Autor wie ich als Beispielgeschichte einen offensichtlichen Krimi/Thriller-Anfang gewählt habe.

Amazon listet Froststurm und Fieberglasträume!

Cover des Romans "Froststurm"Der März rückt immer näher. Und damit die Veröffentlichung meines Romans „Froststurm“ im Begedia-Verlag.

Die Listung bei Amazon ist nun auch passiert, allerdings leider noch nicht vorbestellbar (da sage ich natürlich noch mal separat Bescheid).

Und im März wird auch noch die Kurzgeschichten-Anthologie „Fieberglasträume“ veröffentlicht! Und Amazon kennt es auch schon, sogar schon vorbestellbar.

Kurzgeschichte „Als der Winter kam“ fertig

Derzeit schreibe ich mehrere Kurzgeschichten, die ich gerne als Kurzgeschichtensammelband im ebook-Format veröffentlichen möchte.

Die erste dieser Kurzgeschichten ist nun fertig. Ich habe Sie „Als der Winter kam“ genannt. Sie spielt vor demselben Hintergrund wie der im März im Begedia-Verlag erscheinende Roman „Froststurm„. Diese eisige, endzeitliche Welt verdient einfach noch mehr Erzählungen in sich, als „nur“ Froststurm. Ich bin sehr gespannt, ob das als ebook funktioniert, sprich, ob es von den Lesern angenommen werden wird.

Mindestens drei solcher Kurzgeschichten werde ich dann in einem ebook-Band veröffentlichen, das müsste auf ca. 80-100 Romanseiten hinauslaufen. „Als der Winter kam“ hat ca. 47.000 Zeichen, das sind etwa 26 Romanseiten.

 

Er spürte die Leere auf der anderen Seite des Bettes, schwer wie eine Anklage, die er nie würde auslöschen können, so sehr er sie auch als unfair empfand. Auch er hatte eine Entscheidung getroffen. Sie würden durch seine Hand überleben. Mit allen Mitteln.

Als der Winter kam, hatte er die Wahl mitgenommen.