Jonas´ Reise – Teil 8

Alle bisherigen Teile von „Jonas´ Reise“ finden Sie in der Übersicht.

Jonas seufzte, stellte den Mopp zurück in den Putzeimer und drehte sich betont langsam um. Und erstarrte. Er hatte mit den üblichen drei, vier Jugendlichen gerechnet, die sich einen Spaß mit den Sektenspinnern machen wollten. Aber nicht mit sechs Gangern in harter Kluft, bewaffnet mit Messern und irrem Flackern in den Augen. Ein gut 18 Jahre alter Lodt mit einem Sternentätoo auf der Glatze und schwarzen Kunstlederklamotten war offenbar der Anführer, jedenfalls stand er gut zwei Schritte vor dem Rest der Truppe. Messer blitzen im Licht der hellen Kunstlampen im Unten, der einfachsten Wohngegend von Lod – und je tiefer man kam, desto mehr wurde es zum Slum. Alles Kerle, alle in schwarzen Klamotten und mindestens einen Schlagstock, meist aber Messer in der Hand. Sechs gegen vier und das mit deutlichen Ausrüstungsnachteilen. Konnte spaßig werden! Jonas drehte betont langsam die Handflächen nach außen und ging einen – kleinen – Schritt auf den Trupp zu. Das Geräusch seiner Stiefel auf den Metallplatten des Ganges hallte laut nach. Kein anderer Laut war zu hören, der eben noch halbwegs bevölkerte Gang lag wie ausgestorben da. Augen schielten aus Türöffnungen, Ohren waren an die fadenscheinigen Wohnungswände gepresst. Besser als TV! Aber helfen würde keiner.
„Was wollt ihr?“, fragte Jonas hart und unnachgiebig. Keine Schwäche zeigen!
Sternie lachte blökend auf und drehte sich zu seinen Kumpels um.
„Was wir wollen, fragt die halbe Portion?! Ich schmeiß mich weg!“ Mit einer fließenden Bewegung wandte er sich wieder zu Jonas um, ließ das Messer von der einen in die andere Hand fliegen.
„Du kannst dem Meer auf Knien danken, wenn wir euch nur ein bisschen vertrimmen wollen, Alterchen!“
Wieder sprang das Messer zwischen den Händen hin und her.
Jonas machte einen kleinen Schritt nach vorn, fixierte Sternies Blick, innerlich angespannt wie ein Bogen vor dem Abschuss.
„Nimm deine Jungs und verzieh dich.“ Jonas hob die Stimme keinen Deut. „Letzte Warnung.“
Ein irres Lächeln erschien auf Sternies Gesicht, Jonas sah das verräterische Flackern in den Augen seines Gegenübers. Meeresstaub, Torpedoblitz oder irgendeine andere Droge zirkulierte im Blut seines Gegenübers. Der würde sich nicht einschüchtern lassen. Ohne zu Zögern sprang Jonas vor und hieb dem verdutzten Ganger die Knöchel seiner Rechten gegen den Hals, drehte sich ein, schlug ihm das Messer aus der Hand und warf ihn über die Schulter. Mit einem harten Knall landete Sternie auf dem Boden, dann ging die Welt in Schmerzensschreien unter.

Ducken. Messer ausweichen. Benedikt an seiner Seite, der ihm den Rücken freihielt und vergleichsweise geschickt mit einem im Vorbeilaufen abgebrochenem Mopp-Stock die Ganger auf Distanz hielt. Jonas war in seinem Element. Ließ eine Metallkette über seinen Kopf zischen, sprang vorwärts, riss einen Ganger um. Landete mit angewinkeltem Ellbogen mitten auf dessen Brust. Genoss das Krachen der Rippen. Und schnellte wieder hoch. Jonas blickte sich adrenalingetrieben um. Zwei auf dem Boden, einer lehnte an der Wand und hielt sich wimmernd seinen gebrochenen Arm. Zwei standen noch. Zwei Ganger, die wirre, drogeninduzierte Laute ausstießen und ihre Messer so fest umklammerten, dass die Knöchel weiß hervortraten. Jonas täuschte einen Sprung nach rechts vor, einer der Ganger reagierte wie in Zeitlupe und wandte sich dorthin. Wie im Fluss veränderte Jonas seine Bewegung, sprang nach links, riss einen Wischmopp mit und stieß das Ende des Plastikstocks mit voller Wucht in den Bauch des anderen Gangers. Ächzen und der plötzliche Geruch von Magensäure in der stickigen, schlecht umgewälzten Unten-Luft. Drehung, seitlicher Tritt gegen die Kniekehle, der zweite Ganger klappte zusammen. Benedikt sprang ohne einen Laut nach vorn, winkelte im Flug die Beine an und krachte mit den Knien voran mitten in das Gesicht seines Gegenübers. Knochen brachen, blutiges Gurgeln, nach einigen Sekunden hörte der Möchtegern-Harte auf zu zucken. Jonas reichte Benedikt anerkennend die Hand und zog ihn hoch. Hatte er dem Kerlchen gar nicht zugetraut. Aber wenn man genauer hinsah, war es zu erkennen. Unter den blonden Locken lagen helle, wache Augen. Der Körper sah für das ungeschulte Auge schmächtig und dürr aus. Wer wusste, worauf es achten galt, sah eine Feder, zum Sprung bereit, ein durchtrainierter Mann, kein Gramm Fett zuviel. Und die Bewegungen waren bei der Arbeit zwar sparsam gewesen und eben so selten sprach Benedikt. Aber dieses Verhalten war nicht selten für Kämpfer. Für gute Kämpfer. Jonas nickte Benedikt zu und der legte den Kopf bestätigend zur Seite. Keiner sprach ein Wort. Warum auch? Die Situation war bereinigt. Jetzt hatten sie zwar aufgrund des zweckentfremdeten Mopps noch weniger Putzgerät als vorher, aber die langsam und stöhnend wegkriechenden Ganger würden dafür sorgen, dass sie nun wenigstens ungestört arbeiten konnten. Es hatte aber auch an der Leiche des letzten Gangers liegen können, um die sie in den kommenden Stunden sorgsam drumherum putzten.

Jonas´ Reise – Teil 7

Alle bisherigen Teile von “Jonas´ Reise” finden Sie in der Übersicht.

Eine Träne kullerte seine Wange herunter und beschämt wischte er mit seinem Ärmel die Feuchtigkeit davon. Er steckte voll und ganz in seiner Rolle.
„So ist es gut, lass alles heraus!“. Blondie zeigte volles Verständnis für seine Lage. Er, ein armer Lagerarbeiter mit wenig Hirn und noch weniger im Magen hatte endlich erkannt, dass es mehr gab als Plackerei und den täglichen Kampf ums Algenbrot. Sie waren nicht allein!
„Die Außermeerischen wollen, dass du dich innerlich reinigst. Weine, Versunkener, weine. Um deine vergeudete Vergangenheit. Und vergieß Freudentränen, denn wir werden dich erretten!“
Bei diesen Worten von Blondie trat ein Mann in hellblauer Kutte durch den Perlenvorhang. Anstatt verwundert zu sein, dass sich hier gerade ein Mann schluchzend an die Empfangsdame drückte, nickte er nur verständnisvoll, ging zum Kühlschrank und nahm sich ein Cidration.
„Auch eins?“, fragte er, ging zu einem der Sitzsäcke und ließ sich mit einem wohligen Seufzer rein fallen.
„Ist schwierig am Anfang, Alter. Mach dir keinen Kopp, bald wirst du alles viel klarer sehen.“ Der Mann prostete Jonas aufmunternd zu, der äußerlich zögerlich, innerlich grinsend, zu seinem Bier griff und mit dem Neuling anstieß.
Offensichtlich waren sich selbst Sektierer nicht zu schade für die „ein Freund, ein guter Freund“-Nummer. Die konnten sie haben!
Jonas nahm einen tiefen Schluck, wischte sich verstohlen die Reste seiner Tränen weg und fragte mit unsicherer Stimme: „Wie geht es denn jetzt weiter?“
Fast unmerklich nickte Blondie zum besten Freund der Menschheit im Allgemeinen und von jedem Neuankömmling im Speziellen zu.
„Ganz einfach: Wir erzählen dir die Wahrheit, öffnen dir die Augen für die Welt um dich herum. Und wenn du genug gelernt hast, nehmen wir dich bei unserem nächsten Auftrag für die Außermeerischen mit, damit auch du gerettet wirst.“
Na dann war ja alles klar.

Müde wischte sich Jonas mit seinem Ärmel über den Nacken, um den Schweiß wenigstens kurzzeitig zu vertreiben. Der nächste Außermeerische, der seinen Arsch in diesen verfallenen Gang in Lod5 schob, konnte was erleben! Drei Tage lang hatten sich abwechselnde Sektierer ihn zugelabert, mit Psychotricks bombardiert und in seinem Hirn herumgepfuscht. Sie hatten es jedenfalls probiert. Jeder, der nicht wie er mit der Erfahrung diverser Kriege und einer Frontausbildung gesegnet war, hätte schon lange geistig kapituliert und sich sabbernd und jauchzend in die offenen Arme der „Hellen See“ geworfen. Aber da mussten sie schon andere Kaliber auffahren! Es war ihm nicht schwer gefallen, Blondie und Co. davon zu überzeugen, dass ihre Scharade gewirkt und er nun ein überzeugter „Aufstrebender der ersten Stufe“ war. Die „Helle See“ war in mehreren Schichten organisiert, aber als Stufe-1ser ließen sie ihn gerade mal soviel wissen, wie nötig war. Es gab Außermeerische, der Gang unterwasser war eine Farce um die Harten von den Weichfischen zu trennen und über dem Meer tobten keine Eisstürme wie alle vernünftigen Wissenschaftler behaupteten, sondern ein blühendes Paradies. Aber nur wer Prüfung um Prüfung erfolgreich meisterte, durfte irgendwann das grüne Paradies betreten. Alle paar Tage bekam die Gruppe neue Anweisungen von der jeweiligen Stufe über ihnen.
Jonas tunkte den Schrubber wieder in den Metalleimer und wischte weiter. So, wie die letzten drei Stunden. Die aktuelle Prüfung, gemeinsam mit anderen Stufe-1sern einen dreckigen Gang in einer Slumgegend zu säubern, war besonders hirnrissig. Nicht nur, dass Jonas schon drei verschiedene Kiddie-Gangs auf Abstand hatte halten müssen, nein auch die Putzwerkzeuge waren ein schlechter Witz. Wasser und Spüli gegen Jahre des Drecks! Super Aussichten, das Ganze in einer vernünftigen Zeit zu schaffen. Aber vielleicht stand ja heute die Lektion „Auch eine Niederlage kann ein Sieg sein“ auf der Tagesordnung. Bekloppt genug war die Sekte auf jeden Fall dafür.
Er musste auf jeden Fall noch mindestens eine Stufe aufsteigen, um zu erfahren, wie die über Stufe-1 organisiert waren. Es gab auf jeden Fall ein Organisationssystem. Und wenn er Emilie wiederfinden wollte, musste er tiefer in die Struktur der Sekte eindringen. „Jede Organisation und sei sie noch zu komplex, lässt sich letztlich zu einer einzigen Person zurückverfolgen, die alle Fäden in der Hand hält.“ Sein Frontausbilder hatte gewusst, wovon er gesprochen hatte. Für ihn war er der Mann mit den Fäden gewesen.
Bisher kannte er nur die weiteren Mitglieder seiner Stufe-1-Gruppe. Sebastien, ein Ex-Junkie mit Armbeugen wie eine Dartscheibe und grellgrünen Haaren, die wie nach einem Stromstoß in alle Richtungen abstanden. Sandra, ihres Zeichens gefrustete und verlassene Frau in der Midlife-Crisis. Jonas konnte ihren Mann verstehen, allein schon der Anblick der um die Wette sich ausbreitenden Fettpolster hätte ihm gereicht, um zu flüchten, ganz zu schweigen vom ständigen Gekeife aus dem potthässlichen Gesicht. Und zu guter Letzt war da noch Benedikt, der Stille. Sagte nichts, arbeitete hart und hatte immer ein Lächeln auf dem Durchschnittsgesicht für Gott – pardon „die Außermeerischen“ – und jeden anderen über. Warum er hier war, war Jonas ein Rätsel. Aber jeder trug seine Fracht allein.
„Na, was ham we denn da? Einen mutigen Putztrupp, so allein hier, in unserem Unten!“ kam es da plötzlich von hinten.

Edel geht die Welt zugrunde

So, ein guter Teil des Weihnachtsgeldes ist auf den Kopf gehauen: Ein Samsung SyncMaster 226BW ziert jetzt meinen Schreibtisch. „226BW“, was erzählt der da? Im Klartext: Ein TFT-Monitor, 22 Zoll, Widescreen, 16:10-Format, 2 ms GTG-Reaktionszeit (Herstellerangaben siehe hier). Jetzt kann mein Uraltschätzchen von 19-Zoll-Röhrenmonitor bald den Computertisch meiner Mum vollstellen, hier ist das Multimedia-Zeitalter endgültig angebrochen. Zwei volle Din-A4-Blätter in Echtgröße nebeneinander, da kommt beim Lektorat und Schreiben Freude auf. Von Spielen à la COD4 und PES2008 ganz zu schweigen. 😎

An der Schreibfront gibt es derzeit das Übliche zu vermelden: Arbeiten am Index vom nächsten LodlanD-Buch erstmal abgeschlossen bis zum nächsten Durchgang des Layouters, ein bisschen am Quest-Abenteuer herumgedacht und eine nette Idee für die nächste Folge von „Jonas´ Reise“ geistig hin und her geschoben.

Außerdem auf Fantasyguide.de eine erste (ACHTUNG: Enthält SPOILER) Rezension zu „Flammenmeer“ gefunden, die durchaus wohlwollend war. Das freut. *g*

Jonas´ Reise – Teil 6

Alle bisherigen Teile von „Jonas´ Reise“ finden Sie in der Übersicht.

Das Wasser plätscherte an ihm herunter, umspülte die Muskeln, entfernte den Schweiß und Geruch der in Lod allgegenwärtigen Enge. Und doch fühlte er sich dreckig. Sebastians Tod ging ihm immer noch nach. Jonas lehnte sich an die Wand der Duschkabine, stellte das Wasser eine Portion heißer ein und schloss die Augen. Der kleine Raum füllte sich mit Dampf, die heiße Therapie schälte ihm fast die Haut herunter. Jonas schaltete innerlich ab. Verpackte die Bilder von Sebs Tod in kleine Päckchen, schnürte sie gründlich zu und stieß sie in eine gedankliche Kammer. Die Päckchen türmten sich bereits bis zur Decke. Schnell schlug er die Tür zu, vergewisserte sich, dass das Schloss hielt und tauchte langsam aus der kurzen Reise in sein inneres Ich wieder empor. Irgendwann würde sein Sündenzimmer die Erinnerungen nicht mehr zurückhalten können, das Schloss bersten und ihn weinend und schreiend zusammenbrechen lassen. Aber bis dahin hielt ihn diese Art der Bewältigung am Leben. Er konnte nicht in der Vergangenheit leben, musste weiter seinen Weg gehen, der oft aus Schmerz bestand. Seinem oder dem von anderen. Zu oft, um die Erinnerungen wie der Durchschnittslod mit ein paar Cidration und einer Prise Meeresstaub in der Nase wegzubeamen.

Jonas wischte mit dem Ärmel des weißen Shirts über den vollends beschlagenen Spiegel des kleinen Badezimmers seiner Wohnung. Blonder Kurzhaarschnitt, eisblaue Augen, markig-kantiges Gesicht eines durchtrainierten Mannes. Eine feine Narbe, die sich quer über die rechte Wange zog. Eine Erinnerung an eine Zeit, als er das Sündenzimmer noch nicht eingerichtet hatte und die Gedanken an das gestern ihn bei einer unschönen Gelegenheit die Sekunde zu langsam hatten reagieren lassen. Als es drauf ankam. Würde ihm nicht wieder passieren. Oder er würde wenigstens dabei draufgehen.
Jonas schaute an sich herab, betrachtete die einfache Kleidung, die er sich auf dem Markt beim Rückweg eben schnell zusammengekauft hatte. Stabile Schuhe, grobe Latzhose, weißes Langarmshirt. Fehlte nur noch der Firmenaufdruck, dann wäre er direkt als – etwas zu sauberer – Hafenarbeiter durchgegangen. Aber für einen Packer sollte es reichen. Es war Zeit, Theater zu spielen!

„Sei gegrüßt, Versunkener, wie kann ich dir helfen?“ Das blonde Dummchen mit dem grenzdebilen Lächeln kam auf Jonas zu, wobei ihre dunkelblaue Robe hin- und her flatterte, nur gehalten von einem groben Strick um die Hüften.
Jonas setzte ein schüchternes Lächeln auf, dass er gekonnt in einem nervösen Augenflattern ersterben ließ. Er zog das Flugblatt der „Hellen See“ aus der Brusttasche der Latzhose und gab es der Frau.
„Ihre Kumpels haben gesagt, ich soll mal hierher gehen, um mein Leben zu überdenken. Oder so. Jedenfalls haben sie gesagt, ich bekäme was zu essen!“ Der Typ hungriger Arbeiter ging immer.
Das sah die Frau offensichtlich genauso, denn ihr Lächeln verbreiterte sich noch. Sie schob den Perlenvorhang zur Seite, der den kleinen Vorraum der Wohnung in Lod2 vom Hauptraum trennte.
„Klar, komm doch mit. Möchtest du ein Cidration zum Essen?“
Jonas nickte schüchtern, um schnell ein „Bitte eine große Portion“ hinterherzuwerfen.
Ein helles Lachen erklang, dann verschwand die Sektiererin hinter einem Raumteiler. Die Sekte „Helle See“, zu der Jonas seine Suche nach dem Begriff „Außermeerische“ geführt hatte, hatte offensichtlich Geld. Die große Wohnung in Lod2, seinen Recherchen nach „Kirche“ der Sekte, war erstaunlich groß, der Hauptraum musste gut neunzig Quadratmeter groß sein. Offensichtlich hatten sie drei Wohnungen nebeneinander gemietet und die Zwischenwände entfernt. Die überall an den Wänden aufgehängten Stoffbahnen in unterschiedlichen Abstufungen der Farbe blau verbargen Details wie weitere Eingänge oder gar Raumteilungen. Nur die Kochnische einer der Wohnungen war zu erahnen, denn dort war die Bekehrerin hinter einem Bambusraumteiler aus dem Uppland verschwunden und der Duft nach Algeneintopf kam nach einem leisen Pling herüber. Aufgewärmte Suppe. Naja, wenigstens gab es ein Algenbierchen nach arbiträischer Brauart dazu. Glücklicherweise war im Moment bis auf die „Empfangsdame“ niemand hier, das machte ihm sein Spiel leichter. Der Rest der Bande war wohl ausgeschleust.

Jonas ließ sich auf einen der sechs weißen Sitzsäcke plumpsen, die im Rund um einen kleinen Tisch angeordnet waren und quittierte den ihm dann entgegengestreckten Teller mit einem gierigen Blick. Schnell griff er nach dem Essen und der Flasche Bier und fing laut schlürfend an, den gar nicht so schlechten Eintopf zu vertilgen. Blondie ließ ihn gewähren, voller Magen hörte besser zu.
Als Jonas den Teller geleert hatte und ein halbes Cidration intus hatte, holte sie gut hörbar Luft und fing mit dem Unvermeidbaren an.
„Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass du dein Leben bisher verschwendet hast, Versunkener?“

Und der Urlaub ist vorbei

So eine Woche Urlaub kann verdammt schnell vorbei sein, so jedenfalls kam mir die letzte Woche vor. *g*

Nachdem meine Frau und ich uns kurz zuvor eine neue XBOX 360 mit allerlei Spielen gegönnt hatten, hatte ich endlich Zeit, die Konsole zum Glühen zu bringen. Insbesondere „Top Spin 2“ (Tennis), PGR3 (Autorennen) und Lego Star Wars (Jump&Run/Action) haben es uns gemeinsam angetan. Sehr lustig!

Aber auch anderweitig war die Woche nützlich: Ein LodlanD-Abenteuer für den Scientia/Kobe-Uppland-Band geplottet, geschrieben und poliert. Und eines für Quest geplottet. Quest? Stimmt, ich wollte ja noch was erzählen: „Quest – Zeit der Helden“ ist eine neue Art von Rollenspiel, die erste Box erscheint (wahrscheinlich) im ersten Quartal 2008. Warum neu? Weil es ein absolutes Einsteigerrollenspiel ist. Keine fünfzig Seiten Regeln, keine zig Abkürzungen. Ein paar Werte pro Charakter, eine spannende Geschichte, Chips und viel Spaß, das soll es schon sein. Es wird gespielt wie die früheren Solo-Abenteuer, die mancher Leser vielleicht noch kennt: „Wenn du zum Strand gehen willst lese weiter auf Seite 8, wenn du hingegen im Wald nach den merkwürdigen Geräuschen sehen willst, lese weiter auf Seite 30.“ Und dieses Prinzip wird jetzt auf Rollenspiel angewendet. Lasst euch sagen: Dafür ein Abenteuer zu plotten – und wahrscheinlich auch später dann zu schreiben – ist eine ganz andere, erstmal ungewohnte Arbeit als beispielsweise für LodlanD oder Shadowrun. Es ist deutlich mehr zu bedenken, insbesondere, weil erstmal auch nur Gebäudeteile/Gegner/Orte aus der ersten Box verwendet werden dürfen. „Eine Horde Räuber greift euch an … Mist, in der ersten Box sind nur Orks … Also gut, eine Horde Orks kommt durch den Wald auf euch zu“. 😎

Mehr zu Quest findet ihr beim Herausgeber, dem Pegasus Spieleverlag: Quest-Homepage.

Das war auf jeden Fall meine Urlaubswoche und als ich am Montag auf der Arbeit meine Rücklage gesehen hab, dachte ich, es wären vier Wochen gewesen. *g*