Hattingen adé

Mein gestriger Besuch in der Henrichshütte hat heute zu der Notwendigkeit geführt, ein paar Nachforschungen in der Shadowrun-Literatur durchzuführen. Mir schwebt vor, einen Teil des Bochumer Stadtteils Hattingen – dort liegt die Henrichshütte – in meinem Shadowrun-Roman „Flammenmeer“ (Arbeitstitel) zur Chaos-Zone zu machen: urbane Toxic, Hort der Ausgestoßenen (Ghule etc.), Gang-Anarchie, städtische Kampfzone… Cyberpunk. 😎

Es stand also Quellenbuch-Lektüre auf dem Plan, um zu überprüfen, ob die Shadowrun-Redaktion mir mit einer offiziellen Publikation dieses Ansinnen bereits durchkreuzt hat. Glücklicherweise ist das nicht der Fall: Weder „Deutschland in den Schatten II“, noch „Brennpunkt: ADL“ oder „Europa in den Schatten“ (andere relevante Quellenbücher sind mir nicht bekannt) haben etwas gegen eine verseuchte Zone in Hattingen einzuwenden. Und da bisher keine Quellenbücher der vierten Shadowrun-Edition erschienen sind, die den Rhein-Ruhr-Plex näher behandeln, kann ich also meinen Plan in die Tat umsetzen und das Gebiet der Henrichshütte als urbane Chaos-Zone schildern.

Das ist einer der großen Punkte in Shadowrun, die mich stets an seinem Hintergrund fasziniert haben: Die geradezu grotesken Extreme, schillernde Innenstädte auf der einen Seite, die von harter, korrupter Polizeihand auf Hochglanz gehalten werden und auf der anderen Seite das gegenüberliegende Blatt der Schere: Unterschicht-Gegenden, gegenüber denen unsere heutigen „Vermeide ich nachts“-Stadtviertel als Kurorte durchgehen würden, verseuchte Zonen, Chaos-Gebiete, in denen der Staat seine Macht längst an Gangs und das organisierte Verbrechen abgegeben hat. Die weit auseinanderklaffende Schere der Shadowrun-Welt bietet Stoff für hunderte Geschichten…. ich begnüge mich erstmal damit, den Endkampf meines Romans in einem ehemaligen Hüttenwerk stattfinden zu lassen, das vom Zahn der Zeit abgenagt, verunstaltet und in ein urbanes Chaos-Gebiet ausgespuckt wurde.

Passend düstere Musik, Kekse und der Frontal-Crash der Handlungsstränge… ich freu mich darauf, die Szene in Angriff zu nehmen. 😈

Henrichshütte in „Flammenmeer“

Heute stand im Rahmen meiner Romanarbeiten eine kleine Exkursion zur Henrichshütte in Bochum auf dem Programm, schließlich spielt der Endkampf des Romans am ehemaligen Hochofen eben jener Location. Und als gewissenhafter Autor möchte man das Gelände seiner Wahl nach Möglichkeit natürlich vorher in Augenschein nehmen. 😉 Dabei hab ich natürlich fleißig geknipst (50 Fotos), damit ich beim Schreiben direkt eine Vorlage vor Augen habe. Der interessante Part ist dabei natürlich, sich vorzustellen, wie das Gelände zum Handlungszeitpunkt des Romans (2070+, Handlungszeitschiene der vierten Edition des Rollenspiels Shadowrun, in dessen Romanreihe ja auch „Flammenmeer“ [Arbeitstitel] angesiedelt ist) aussieht. Mir schweben da nach meinem Besuch schon ein paar schöne Bilder vor: Verseuchtes ehemaliges Industriegebiet, heruntergekommenes Museumsgelände (die Henrichshütte ist heutzutage ein Industriemuseum), da die Betreiber schon seit langem pleite sind, merkwürdige Gestalten, die das Gebiet in Besitz genommen haben,….

Jetzt muss ich anhand der bisher vorhandenen Literatur zu Deutschland im Shadowrun-Universum (also vor allem den Quellenbüchern „Deutschland in den Schatten II“ und „Brennpunkt: ADL“), ob meine obige Vorstellung sich mit dem offiziellen Hintergrundmaterial machen lässt. Das steht also für morgen auf dem Programm.

Hier noch ein paar Bilder (für größere Version auf das jeweilige Bild klicken):

Das Hochofengebäude von außen

Rückseite des Hochofengebäudes

Das Herzstück des Hochofengebäudes: Die Gießhalle

Hilfestellung für angehende Autoren von Andreas Eschbach

Wie fange ich am besten an, wenn ich einen Roman schreiben will? Wie komme ich an einen Verlag? Wie überarbeite ich am besten mein Machwerk und was dauert länger, das Schreiben oder die Überarbeitung?

Diese und viele andere Fragen beantwortet einer der bekanntesten deutschen Sci-Fi-Autoren, Andreas Eschbach, vorbildlich verständlich und umfangreich, im Bereich „Übers Schreiben“ auf seiner Webseite andreaseschbach.de. Auf jeden Fall absolut lesenswert für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, ihre schreiberischen Fähigkeiten zu verbessern oder sich gar mit der Idee einer Romanveröffentlichung tragen.

Arbeiten an der LD-GRW-Neuauflage gehen voran

Die Arbeiten an der Neuauflage des LodlanD-Grundregelwerks, an der ich als Autor beteiligt bin, gehen gut voran. Texte werden erneut lektoriert (obwohl die Fehlerzahl im bisherigen Grundregelwerk extrem gering war, aber das ist einfach unser Anspruch) und Errata eingearbeitet. Die Zeichner arbeiten ebenfalls auf Hochtouren: Was ich bisher an neuen Zeichnungen, sowohl im Bereich Illustrationen als auch bei den Schiffszeichnungen gesehen habe, lässt ein klasse Buch erwarten. Besonders gespannt bin ich darauf, welchen neuen Look unser Layouter dem Hardcover-Grundregelwerk (erste Auflage war Softcover) verleihen wird. Gerade das Layout ist oft kaufentscheidend für ein Rollenspiel, denn es ist einer der Hauptfaktoren des ersten Eindrucks, den ein potentieller Spieler beim Durchblättern im Rollenspielladen hat. Das ist mit einer der Gründe, warum wir vor jedem Buch einige Seiten als kostenloses Preview auf LodlanD.de in den Downloadbereich stellen. Schließlich soll der Leser ja wissen, was er bekommen wird und schon vorher abschätzen können, ob ihm Inhalt, Layout und Zeichnungen zusagen (werden).

Auf jeden Fall ist es noch ein gutes Stück Arbeit bis zur Veröffentlichung der Grundregelwerks-Neufauflage im Oktober und wir freuen uns alle sehr auf das Resultat unserer Bemühungen. Also: Abtauchen und dranbleiben!

Teufel oder Wunschkonzert

… ist der Titel eines Gastbeitrags, den ich für das Online-Videospielmagazin “working-title” erstellt habe und der sich mit dem Thema befasst, wie klassische Pen&Paper-Rollenspieler zu den Videospielumsetzungen ihrer heißgeliebten RPGs stehen.

Zum Gastbeitrag auf working-title.de.