Schreibtipps

Mal ein paar kleine „Schreibtipps“ von meiner Seite aus. Eins vorneweg: Es gibt nicht „die ultimativen Schreibtipps“, jeder muss für sich selbst herausfinden, wie er am besten in Schreibstimmung kommt und dann auch produktiv arbeiten oder einfach nur textlich herumblödeln kann.

Für mich selbst habe ich in den letzten Jahren durch trial&error schon ein paar Punkte herausgefunden, die mir auf jeden Fall helfen. Dabei ist es gleich, ob ich einen Nutztext wie beispielsweise eine Völkerbeschreibung für LodlanD oder ein Abenteuer (z.B. für Quest oder LodlanD) oder einen Fiktionaltext (Shadowrun-Roman, LodlanD-Kurzgeschichte, freie Fiktionaltexte ohne vorgegebene Hintergrundwelt) schreibe.

Wichtig ist es für mich, Konsequenz ins Schreiben zu bekommen. Genauso wie es mit „ab sofort regelmäßig Sport“ oder einer Änderung der Essgewohnheiten ist: Erst, wenn man etwas für längere Zeit durchzieht, geht es so in das Wesen über, dass es zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Sportwissenschaftler haben herausgefunden, dass dies – jedenfalls in diesem Bereich – gut drei Monate dauert. Also: Wenn ihr euch vorgenommen habt, regelmäßig zu schreiben, dann macht das auch. Selbst, wenn es mal eigentlich nicht so ein „Schreibtag“ ist. Einfach machen. Schreiben. Grübeln. Der Spaß kommt in jedem Fall (wenn das Schreiben euer Ding ist).

Schafft euch eine passende Atmosphäre. Bei mir bedeutet das: Wenig externe Störungen (Arbeitszimmer), Musik mit wenig Gesang und ausreichend Getränke (und ab und an ein paar Schleckereien). Ab und an – als Abwechslung – schiebe ich mal eine Starbucks-Laptop-Schreibsession ein. Aber grundsätzlich schreibe ich zu Hause im Kämmerlein am besten. Auch hier hat es mir geholfen, die Umgebung gleich zu halten und sogar ähnliche Musik bei bestimmten Themen zu verwenden. Einfaches Beispiel: Jedesmal, wenn ich eine heftigere Kampfszene schreibe, läuft im Hintergrund „New Order – Confusion“ (hier bei Youtube), bekannt aus dem Film „Blade I“. Gleichtönig, wenig musikalische Höhepunkte, kaum Gesang, actionreich. Hilft mir, mich in die passende Stimmung zu versetzen, um „in der Szene“ zu sein. Natürlich rotiert im Hintergrund andere Musik, wenn ich an einem Fantasytext arbeite, als wenn Sci-Fi über die Tastatur ihren Weg auf dem Bildschirm findet. Experimentiert hier einfach ein bisschen, was euch liegt.

Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht. Texte unter Zeitdruck können erst dann gut gehen, wenn ihr – gerade bei Fiktionaltexten – etwas Erfahrung gesammelt habt. Mittlerweile ist es kein Problem mehr, wenn eine Mail à la „Brauchen für den Quellenband noch zwei Kurzgeschichten à 10.000 Zeichen, Zeitvorgabe eine Woche“ kommen, da ich mein eigenes Zeitbedürfnis für einen guten Text kenne. Gerade am Anfang heißt es: Lieber wenige Texte annehmen beziehungsweise vielmehr erst einmal für euch selbst ohne jede Abgabenotwendigkeit schreiben, als zuviel auf einmal zu wollen.
Ebenfalls unter den Oberpunkt „Zeit“ ist die Tageszeit zu packen, in der bei euch die Wörter nur so fließen. Bei mir: Abend/Nacht. Der Tag ist vorbei und im Hirn abgelegt, der nächste noch nicht angebrochen. Frau und Haustiere schlafen. Funktioniert natürlich nur, wenn am nächsten Tag nicht die Arbeit wartet (Schreiben ist und bleibt ein Hobby und der Brötchenverdienst darf nicht darunter leiden). Andere schreiben besser früh morgens oder direkt nach der Arbeit, als Start in den Feierabend. Einfach ausprobieren.

Man liest sich.

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2 Kommentare

  1. …. ihc lasse jeweils die Wörter rausfliessen, wenn ich so da sitze. Allerdings, wenn ich etwas ganz bestimmtes Schreiben muss, sitze ich schonmal da und nichts fliesst. Dass ich da noch nicht auf den Tipp mit der Musik gekommen bin ärgert mich schon ein bisserl. Ist doch eigentlich gaaanz einfach.

    Dank Bing, dass Dein Artikel verfügbar war 😉

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